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Über das, was uns Strahlen läßt


Liebe Anna!

 

Am Samstag hab ich drei total nette Frauen etwas besser kennengelernt. 

Ich sag dir, das hätte dir auch Spaß gemacht, dabei zu sein. Vielleicht schaffst du’s ja beim nächsten Mal, dass du mitkommst! 

 

Natürlich wussten wir voneinander, was wir beruflich machen. Die eine ist Bowspringlehrerin - du weißt schon, das ist die neue Art des Yoga, die andere ist Sängerin und Gesangslehrerin, dann gibt’s noch die süße Fotografin und natürlich mich.

Und wie das so ist, wenn vier lustige Frauen beim Cappuccino sitzen, weißt du ja am besten selbst. 

Nachdem wir uns über das neue supergemütliche Café in unserer Stadt gefreut, uns mit Komplimenten versorgt und die Rühreier bestellt hatten, erzählte jede von ihrem Job und was sie daran so liebt:

 

Bei der Bowspringfrau ist es das Funkeln in den Augen ihrer Schüler (oft nach anfänglicher Verzweiflung - aber die gehört dazu :)), wenn sie die Freiheit und Lebendigkeit spüren, die in ihrem Körper wieder freigelegt wird, aber weit darüber hinaus reicht.

Die Sängerin und Gesangslehrerin freut sich, wenn ihre Schüler an den Punkt kommen, an dem ihr Innerstes mit Hilfe ihrer Stimme raus in die Welt gebracht wird.

Die süße Fotografin beginnt selbst zu strahlen, wenn sie die Schönheit der Wesen vor ihrer Kameralinse einfängt und sichtbar werden läßt.

 

Und ich: für mich gibt’s nichts Schöneres, als das Leuchten in den Augen der Menschen, wenn sie sich ihren eigenen Horizont erschaffen haben und plötzlich wissen, wie sie ihren eigenen Weg gehen können. Und natürlich auch, wenn sie sich auf meiner Liege so sehr entspannen, dass ihr Wesen wieder ganz klar durchscheinen kann. 

 

Fällt dir was auf?

Wir alle wollen im Grunde das Gleiche. 

Uns alle macht das Gleiche glücklich. 

Wir alle beginnen selbst zu strahlen, wenn wir andere zum Strahlen bringen. Wir haben nur alle einen anderen Ansatz und einzigartige Talente.

  

Keine kann mehr oder weniger als die andere. Keine ist besser oder schlechter. Nichts hat mehr oder weniger Bedeutung.

 

Wenn wir unsere Fähigkeiten großzügig austauschen und unser Wissen teilen, dankbar die Gaben der anderen anerkennen und uns verbinden, dann entsteht etwas Schönes. Etwas Großes. Dann stehen wir nicht mehr wie einsame Töne in der weiten Landschaft herum. Dann sind wir dabei, ein neues Meisterstück zu komponieren.

 

Wir wissen schon, wie es klingen soll: nach Schönheit, nach Harmonie, nach Liebe. Fröhlich und bunt. Wir würden uns echt freuen, wenn du auch dabei bist!

 

 

Hör auf zu grübeln, mein Schatz.

Mach die Augen zu…

atme dreimal tief durch…

und dann… mach dein Ding!

 

Hab dich lieb,

Doris

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